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Schwimmen im Winter

Solimare bekommt Traglufthalle

Vor wenigen Tagen haben die Sport- und Bäderbetriebe Moers (sbb) die Freibadesaison im Solimare beendet. Erstmalig in der Geschichte des vor gut 30 Jahren errichteten Bades kehrt damit in der Filder Straße jedoch nicht die Winterruhe ein. Vielmehr sieht Dirk Hohensträter als verantwortlicher Bäderexperte der sbb arbeitsintensive Wochen auf sein Team zukommen. Denn seit die Bauaufsicht am vergangenen Freitag eine Traglufthalle für das städtische Bad genehmigte, ist für ihn klar: „Wir können die politischen Beschlüsse umsetzen und beginnen, das 50-Meter Sportbeckens zu überdachen."

Schwimmer und Nichtschwimmer unter einem Dach

Schon im Dezember soll das Solimare so die Lücke schließen, die durch das im mangelnden Brandschutz begründete Aus im Sportzentrum Rheinkamp entstanden ist. „In etwas mehr als zwölf Wochen wird das Solimare ein vollkommen neues Gesicht haben", verspricht Hohensträter. Doch bevor Freizeitschwimmer und vor allem Schulkinder und Vereinssportler in Moers wieder überdacht ihre Bahnen ziehen können, müssen die sbb kräftig Hand anlegen. „Wir starten bereits in dieser Woche", ist Hohensträter entschlossen, den straffen Zeitplan einzuhalten. „Der Umbau umfasst drei wesentliche Eckpfeiler." Zunächst erhält das große beheizte Sportbecken auf halber Länge einen Nichtschwimmerbereich. „Dazu zieht eine Spezialfirma einen Boden ein. Der ermöglicht uns bei einer Wassertiefe von dann 1,25 Meter auch Angebote für Schwimmanfänger." Parallel aktivieren die sbb einen Teilbereich des ehemaligen Saunagebäudes. „Hier setzen wir Umkleide- und Duschräume instand, die wir über einen wetterfesten Tunnel mit dem zukünftigen beheizten Hallenbad verbinden." Dies alles geschieht barrierefrei, um auch behinderten Menschen den Badbesuch ermöglichen zu können.

Riesige Plane

Bereits Ende November soll die Traglufthalle durch das Unternehmen Struckmeyer Systembau aus Porta Westfalica angeliefert werden. Sie besteht aus sogenanntem Kunststoff-Gittergewebe, welches über eine Stahlkonstruktion fest in einem Fundament verankert wird. Auf knapp 1600 Quadratmetern überspannt die Hülle dann das ehemalige Freibadebecken und ragt zehn Meter in die Höhe. Hierzu wird der Hallenkorpus über ein Gebläse mit etwa 10000 Kubikmetern Luft gefüllt. Zwei Lüfter stehen bereit, einer nur für den Notfall mit einem Dieselaggregat angetrieben. „Hierdurch ist in den kommenden drei Jahren für die notwendige Stabilität gesorgt", so Hohensträters Plan „Bis dahin wird auf dem Gelände des ehemaligen Sportzentrums Rheinkamp ein modernes, neues Hallenbad entstanden sein."