Viel Licht dem Sport
Politik ebnet den Weg für modernes Rheinkamper Sportzentrum
Moers darf sich auf ein schönes, sehr funktionales neues Sportzentrum in Rheinkamp freuen. Wie Bürgermeister Norbert Ballhaus als Verwaltungsratsvorsitzender des zuständigen städtischen Tochterunternehmens Städtische Betriebe Moers (sbm) gestern mit der kompletten Vorstandsriege mitteilte, entschied die Politik bis 2012 rund 15,5 Millionen Euro in ein multifunktionales Sportzentrum zu investieren. Der Moerser Schul-, Vereins- und eingeschränkt auch Freizeitsport wird hier ein neues Zuhause finden. Der Volleyballbundesligist MSC wird dort um Meisterschaftsehren ringen. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmisere ist dies für die Moerser Bürger eine sehr gute Nachricht. Trotz einer Planung mit spitzem Bleistift, werden moderne Anlagen die Sportlerherzen höher schlagen lassen", ist das Stadtoberhaupt überzeugt.
In der Tat: Bei allen Sparzwängen zeigt der erfolgreiche Entwurf des Planungsbüros Krawinkel keinen plumpen Zweckbau. „Kein Zweifel: Im Moerser Norden wird ein Vorzeigeobjekt mit architektonischen Finessen und höchsten Umweltansprüchen entstehen", freut sich auch der sbm-Vorstandsvorsitzende Stefan Krämer, nun die erste Stufe des vor zwei Jahren aufgestellten Bäderkonzeptes umsetzen zu können. Das Raumkonzept berücksichtigt Bedürfnisse von Schulen und Stadtsportverband ebenso, wie den Sachverstand des Moerser Gestaltungsbeirates und Anforderungen von Feuerwehr und Brandschutzexperten. „Dafür haben wir im Vorfeld durch zahlreiche Gespräche mit allen Beteiligten gesorgt." Für Krämer wichtig: „Der jährliche Zuschussbedarf liegt in der Region des ursprünglichen Ansatzes im Bäderkonzept. Das jetzt zusätzliche öffentliche Schwimmangebot führt lediglich zu einer leichten Erhöhung des ursprünglich geplanten Budgets."
Schon die Pläne verraten: Der sehr kompakte Gebäudekörper wird auf zwei Ebenen mit seinen großen Glasflächen zum Blickfang und sich ideal in die natürliche Atmosphäre des Jungbornparks integrieren. „Innen konzentriert sich das Interesse ganz auf die Sportler", beschreibt Dirk Hohensträter als Geschäftsführer der das Projekt betreuenden Sport- und Bäderbetriebe Moers (sbb) die Planungsergebnisse. Zwei Dreifach-Sporthallen lassen Aktivitäten auf bis zu sechs abgetrennten Feldern gleichzeitig zu. Leichtathleten werden beispielsweise durch einen architektonischen Kniff im Verbindungsgang der beiden Hallen eine 60 Meter-Sprintstrecke vorfinden. In der größeren der beiden Hallen gibt es für die Volleyballprofis mit neun Metern Deckenhöhe und einer Kapazität von bis zu 1000 Zuschauern eine bundesligataugliche Spielstätte. „Beim Schwimmangebot verzichten wir bewusst auf Schnickschnack, wie etwa Rutschen", so Hohensträter. „Dafür gibt es ein sechsbahniges 25 Meter-Sportbecken und eine Sprunganlage mit Ein- und Dreimeterbrett." Das separate, abtrennbare Lehrschwimmbecken bietet Raum für Kursangebote und Schulschwimmen.
Apropos Funktionalität: Das Konzept bleibt durch einen variablen Raum im Obergeschoss offen für Veranstaltungen, wie etwa Vereinsfeiern. Übrigens: Natürlich sind das komplette Gebäude und somit auch die beiden Eingangsbereiche barrierefrei. Überhaupt, bautechnisch wird das Sportzentrum Maßstäbe setzen. Die aktuelle Energieeinsparverordnung ist Standard, regenerative Energieerzeugung über Photovoltaikanlagen auf der Dachfläche möglich. Energetisches Prunkstück soll ein durch ENNI betriebenes Blockheizkraftwerk sein. Dies garantiert eine hohe Energieausbeute über gleichzeitige Wärme- und Stromproduktion.
Bis Ende April geht es nun in die Feinplanung. Parallel startet das Team rund um Dirk Hohensträter die Ausschreibung der Bauleistungen und die Genehmigungsverfahren. Hohensträter ist sicher, dass schon zur Jahreswende Baustart ist und die Anlage nach den Sommerferien 2012 erste Sportler empfängt. Dann werden auch die Mitarbeiter attraktive Arbeitsplätze vorfinden. Hohensträters Vorstellung: „Unsere Fachkräfte wollen wir bis dahin beispielsweise im Fitnessbereich weiterbilden und so ganz neue berufliche Perspektiven schaffen."

Ein Rundgang durch das neue Sportzentrum