Keine Sanierung
sbm wollen Eislaufen aber auch in der kommenden Eiszeit ermöglichen

Ein Gutachten brachte es an den Tag: Die Dachkonstruktion der Moerser Eishalle ist so beschädigt, dass eine grundsätzliche Sanierung keinen Sinn macht. Der Verwaltungsrat der Städtischen Betriebe Moers AöR (sbm) entschied in seiner gestrigen Sitzung deswegen das Aus der aus den siebziger Jahren stammenden Sportstätte. Wenn mit geringen technischen und finanziellen Mitteln möglich, soll Eissport aber auch im kommenden Winter möglich sein. Der dauerhafte Betrieb der Eishalle sei aber nur mit einem nicht zu vertretenden finanziellen Sanierungsaufwand möglich, erklärten Bürgermeister Norbert Ballhaus als Verwaltungsratvorsitzender der sbm und der Vorstandsvorsitzende Stefan Krämer unisono. „Wir setzen alles daran, den Eislaufsport aber für eine weitere Saison sicherstellen zu können. Darüber hinaus muss sich zeigen, ob es für den Eissport im Zuge des Gesamtprojekts „Solimare 2.0" eine dauerhafte neue Lösung gibt. Dies muss die Politik über den Rat der Stadt entscheiden."
In der Tat deckte das Gutachten des Ingenieurbüros Bauart aus Lauterbach diverse Sicherheitsmängel in der Dachkonstruktion der Moerser Eissporthalle auf. Denn wie bei Dachkonstruktionen Anfang der siebziger Jahre bundesweit üblich, wurden auch in der Moerser Eishalle Brettholzschichtbinder mit sogenanntem Harnstoffharz verwendet. Diese Verleimungen weisen nach mehr als 30 Jahren qualitative Mängel auf. Ursache: eine in den vergangenen Jahren zu geringe Belüftung der Eishalle. Durch große klimatische Schwankungen kam es so auch in der Moerser Eishalle zu Rissen in der Trägerkonstruktion des Daches. „In Abstimmung mit der Bauaufsichtsbehörde wollen wir diese nun vorbeugend verschrauben und somit verstärken", beschreibt Dirk Hohensträter als zuständiger Geschäftsführer der Sport- und Bäderbetriebe Moers (sbb) die anstehenden Rettungsmaßnahmen. „Dies ist aber nur eine Übergangslösung", lässt der Experte keinen Zweifel am danach drohenden Aus. Zunächst will er noch einmal angemessen investieren und so die Auflagen erfüllen. „Diesen Weg haben wir auch mit dem GSC Moers, als den die Halle hauptsächlich nutzenden Verein abgestimmt. So hoffen wir, den Betrieb für zunächst ein weiteres Jahr sicherzustellen." Wenn alles nach Plan läuft und die Bauaufsicht grünes Licht gibt, soll die neue Eissaison dann in Kürze mit der traditionellen Eisdisco starten.

Ein Rundgang durch das neue Sportzentrum